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Donnerstag, 2. Oktober 2014

2. Oktober 1989, der Tag, an dem man begann, aus mir einen "richtigen" Mann zu machen

Heute vor 25 Jahren. Meine Heimat für die nächsten 8 Monate sollte die Belgierkaserne in Graz werden. Das erste Mal zusammen mit einer "scharfen" Braut. STG 77 ihr Name. Von Steyr produziert. Die Mode. Grün, grüner, Uniform. Und dann das Kaderpersonal. Dem Alkohol nicht abgeneigte und unterbelichtete Menschen, oft nur mit einem oder zwei Sternen auf den schmalen Schultern, hatten es auf uns Maturanten abgesehen und wollten uns das "richtige" Leben beibringen:

"Links um, rechts um, schallt es schroff, über den Kasernenhof, grau in grau wohin i schau. Und Ana, a gaunz a Klaner, der schreit und wird immer länger und er schreit und er schreit und er schreit und schreit, bis eam die Aug'n wie Topfennockerl ausehäng'n!"

Fast hätte ich es vergessen. Der Verteidigungsminister zur damaligen Zeit hieß Robert Lichal. Gute Freunde und wir Grundwehrdiener nannten ihn liebevoll "Django" (sprich: Tschängo). Da es damals noch den "eisernen Vorhang" gab, war keine Zeit da, das Bundesheer zu Tode zu sparen.

Jede Verfehlung unsererseits wurde durch übermäßiges Geplärre und mit Extrarunden am Exerzierplatz bestraft. "Wenn du nicht hören kannst, dann sollst du fühlen!":

"Jojo in Zivü, do war er net vü, owa beim Militär, do is er wer. Jojo in Zivü, do war er net vü, owa beim Militär, do is er wer, ja do is er hoid wer! Im Gleichschritt muasst sogar zum Essen geh'n, a hoibe Stund' laung Schlangen steh'n. Es is so wie im Häf'n. Drum hebt's die Hand zum Kappenrand, wir leb'n in an schänen, in an schänen freien Land. Jo und do gibt's so Weh, die leb'n a no von dem Schmäh, jo und do gibt's so Weh, die leb'n a no von dem Schmäh!"

Text: Joesi Prokopetz
Komponist: Wolfgang Ambros
Hier zum Nachhören: https://www.youtube.com/watch?v=KguanLoH7uE

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